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Pressemitteilung: Rechte Musik im Jugendalltag?

Fachtagung "„Grauzone“ – Die „böhsen Onkelz“ unpolitisch und „Frei.Wild“ bloß Heimatmusik? am 04.11.2014

Spätestens seit Anfang der 1990er Jahre wird in der Öffentlichkeit über rechte Musik als wichtige Ausdrucksform einer Neonaziszene in Deutschland berichtet. Gleichzeitig ist immer wieder strittig, welche Bands „unbedenklich“ sind, oder Elemente rechtsextremer Ideologie aufgreifen. Im Fokus einer am 04.11. in Bad Segeberg steht neben der Auseinandersetzung mit der harten Neonazi-Musikszene vor allem die Diskussion um die im Mainstream angekommene „Grauzone“-Band „Frei.Wild“ auf dem Plan.

 

Neonazi Musikszene in Schleswig-Holstein

Nach wie vor kommen viele Jugendliche zum ersten Mal über rechte Musik, heutzutage  häufig über das Internet, mit der rechten Szene in Berührung. Viele Neonazis haben sich über Musik politisiert. Gleichzeitig bildet sie den Kitt, der die Szene zusammenhält. Raupach: „Am 12.Juli diesen Jahres fand in der Neumünsteraner Szenekneipe ‚Titanic‘ ein rechter Liedermacherabend statt. Es kamen über 100 Rechtsextreme aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Zu Ereignissen wie diesem zeigt sich, dass die Szene sehr agil ist.“ Etwa mit der Rechtsrockband „Words of Anger“ aus Ostholstein existieren durchaus rechte Musiker in Schleswig-Holstein, die bundesweit in der Szene von Bedeutung sind.

 

„Grauzone“ – ab wo wird es politisch?

Was früher die „böhsen Onkelz“ waren sind heute „Frei.Wild“: ein Massenphänomen. Nils Raupach, Berater gegen Rechtsextremismus bei der Aktion Kinder- und Jugendschutz Schleswig-Holstein e.V.: „Wir arbeiten häufig an und mit Schulen zusammen. Immer wieder machen wir die Erfahrung, dass Lehrer noch nie von ‚Frei.Wild‘ gehört haben. Die Schüler kennen die Band alle.“

Den „Böhsen Onkelz“ wurde und wird vorgeworfen, ein diffus rechtes Lebensgefühl ihrer Fans zu bedienen und jungen Leuten den Einstieg in die subkulturelle Neonaziszene zu ebnen. An „Frei.Wild“ werden dagegen eher die Inhalte ihrer Texte kritisiert. Ist die Art und Weise der Band „Heimatliebe“, „deutsche Identität“ etc. zu thematisieren wirklich so unpolitisch wie die Band immer wieder versichert?

Raupach: „‚Frei.Wild‘ als Rechtsrockband zu bezeichnen greift sicher zu kurz. Die Forderung Lieder der Band auf den Index zu setzen ist vielleicht überzogen. Nichtsdestotrotz sollte man sich ihre Texte gut anhören und überlegen, wie ein pädagogischer Umgang aussehen könnte.“

 

Die Fachtagung

Ein erster Schritt in diese Richtung soll die Fachtagung „Grauzone – Rechte Musik“ sein, die die Aktion Kinder- und Jugendschutz Schleswig-Holstein e.V. gemeinsam mit der JugendAkademie Segeberg am 04.11.2014 in Bad Segeberg durchführt. Interessierte sind eingeladen, sich über die rechte Musikszene in Schleswig-Holstein zu informieren und ausgiebig über das Phänomen „Frei.Wild“ zu diskutieren. Des Weiteren wird es um Indizierungsverfahren und andere Möglichkeiten des gesellschaftlichen und pädagogischen Umgangs mit rechter Musik gehen.

Es gibt noch freie Plätze. Die Anmeldung erfolgt über die Seite der JugendAkademie Segeberg: hier gehts zur Anmeldung:

 

Beratung zu Rechtsextremismus und zum Umgang mit rechter Musik bieten die Regionalen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus: www.beranet-sh.de

 

 

Kontakt und Information:

Nils Raupach

Aktion Kinder und Jugendschutz S-H e.V.

Regionales Beratungsteam gegen Rechtsextremismus Kiel (Stadt Kiel, Stadt Neumünster, Kreise Rendsburg-Eckernförde, Segeberg, Plön)

 

0431-26068-72

Mail: nils.raupach[at]beranet-sh.de

 

Ali Evdedurmaz

JugendakademieSegeberg/Projektleitung Gewaltprävention & Medienpädagogik

Tel (04551) 959143

Mail: ali.evdedurmaz[at]vjka.de