REMISE: Frauenleben - Frauenspuren
Unter der Leitung von Beate Mönkedieck werden Frauenpersönlichkeiten aus Literatur, Wissenschaft, Politik ... vorgestellt.
Foto: imago
Dienstag, 17.11.2025, 19.00 - ca. 20.30 Uhr
Rita Süssmuth – Brückenbauerin, Demokratin und Stimme der Menschlichkeit.
Rita Süssmuth zählt zu den bedeutendsten Frauen der jüngeren deutschen Geschichte. Als Politikerin, Wissenschaftlerin und engagierte Gesellschaftsgestalterin hat sie über Jahrzehnte hinweg gezeigt, wie verantwortungsvolle Führung mit Menschlichkeit, Dialogbereitschaft und Mut verbunden werden kann.
Bekannt wurde sie zunächst als Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit. Doch ihre eigentliche Wirkung entfaltete sie weit über politische Ämter hinaus. In einer Zeit gesellschaftlicher Umbrüche setzte sie sich für Themen ein, die oftmals kontrovers diskutiert wurden: die Gleichberechtigung von Frauen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, den offenen Umgang mit AIDS sowie eine moderne Integrationspolitik. Dabei zeichnete sie sich durch eine Eigenschaft aus, die bis heute ihr Markenzeichen geblieben ist: Sie stellte den Menschen stets in den Mittelpunkt ihres Handelns.
Von 1988 bis 1998 stand Rita Süßmuth als Präsidentin des Deutschen Bundestages an der Spitze des Parlamentes. Mit ihrer integrativen und respektvollen Art gelang es ihr, Brücken zwischen unterschiedlichen politischen Positionen zu bauen. Sie verstand Demokratie nicht als Kampf gegeneinander, sondern als gemeinsame Suche nach tragfähigen Lösungen. Gerade in einer Zeit zunehmender Polarisierung erscheint diese Haltung aktueller denn je.
Besonders bemerkenswert ist ihr unermüdlicher Einsatz für die Rechte und Chancen von Frauen. Rita Süssmuth gehörte zu denjenigen Stimmen, die früh darauf aufmerksam machten, dass gesellschaftlicher Fortschritt nur gelingen kann, wenn Frauen gleichberechtigt an politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Entscheidungen beteiligt werden. Dabei trat sie nie als Ideologin auf, sondern überzeugte durch Sachlichkeit, Zuhören und Beharrlichkeit.
Auch nach ihrem Ausscheiden aus den höchsten politischen Ämtern blieb sie eine gefragte Gesprächspartnerin und moralische Instanz. In Debatten über Migration, gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Kultur war und ist ihre Stimme geprägt von Erfahrung, Weitsicht und dem festen Glauben an die Kraft einer offenen Gesellschaft. Sie wirbt für Verständnis statt Ausgrenzung, für Dialog statt Abschottung und für Verantwortung statt kurzfristiger Vorteile.
Rita Süssmuth verkörpert damit eine Haltung, die weit über ihre politischen Erfolge hinausreicht. Sie steht für Mut zur Veränderung, für Respekt vor unterschiedlichen Lebenswegen und für die Überzeugung, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt nur durch gegenseitige Wertschätzung entstehen kann. Ihr Lebensweg zeigt eindrucksvoll, wie einzelne Menschen durch Engagement, Überzeugungskraft und menschliche Zugewandtheit nachhaltige Spuren hinterlassen können.
In der Reihe „Frauenleben – Frauenspuren“ erinnert Rita Süßmuth daran, dass politische Gestaltung immer auch eine Frage von Haltung ist. Ihr Wirken macht deutlich, wie wichtig demokratische Verantwortung, gesellschaftliche Offenheit und die Bereitschaft zum Zuhören für eine lebendige Zukunft sind.
Veranstalter*innen: Dagmar Höppner, Gleichstellungsbeauftragte Kreis Segeberg, Inge Diekmann, Gleichstellungsbeauftragte Stadt Bad Segeberg, Freya Anders von der Stadtbücherei Bad Segeberg, Stephanie Böttcher von der Frauenfachberatungsstelle und Notruf Bad Segeberg sowie Falco Kober vom VJKA (KulturHaus REMISE). Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei.
Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Termine für 2027 werden demnächst bekannt gegeben.
Ort
KulturHaus REMISE
Hamburger Str. 25
23795 Bad Segeberg
Weitere Infos erteilt Falco Kober
04551-959127